Aktien Frankfurt: Wirtschaftshoffnung und Unternehmenszahlen treiben an
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf eine anziehende Wirtschaft
sowie positiv aufgenommene Unternehmenszahlen haben Anleger am
deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte in Kauflaune versetzt. Nach
dem durchwachsenen Wochenstart sah es für den Dax am
Nachmittag mit plus 1,76 Prozent auf 22.804 Punkte wesentlich besser
aus. Das in der Vorwoche erreichte Rekordhoch bei 22.935 Punkten
kommt näher.
"Schlimmer kann es für die deutsche Wirtschaft nicht mehr kommen,
mit Schwarz-Rot kann es also nur besser werden, so lautet derzeit
das Kaufargument für deutsche Aktien", schrieb Kapitalmarktexperte
Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
Weiter nach oben ging es am Mittwoch auch für den MDax
der mittelgroßen Unternehmen. Auf dem höchsten Niveau
seit Sommer 2023 legte er um 1,94 Prozent auf 28.631 Zähler zu und
lief mit diesem Zuwachs dem Dax abermals den Rang ab. Die Aktien der
stärker von der deutschen Wirtschaft abhängigen mittelgroßen
Unternehmen sind seit dem Wahlsieg der Union besonders gefragt.
Europaweit war am Mittwoch die Stimmung gut: Das
Eurozonen-Leitbarometer EuroStoxx 50 gewann 1,5
Prozent.
Die europäischen Börsen - allen voran der Dax - spielten aktuell in
einer eigenen Liga und lösten sich zunehmend von der Wall Street,
hieß es bei Index Radar. "Sollte die Euphorie um die amerikanischen
KI-Giganten weiter nachlassen, könnte sich der Kapitalstrom aus den
USA in Richtung Europa fortsetzen", so die Experten auch schon mit
Blick auf die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden
Geschäftszahlen des KI-Chipkonzerns Nvidia .
Im Dax zogen auf dem ersten Platz die Anteile von Fresenius
um 7,6 Prozent an. Der Medizinkonzern zahlt nach
einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr wieder eine Dividende. Auch
der Ausblick kam gut an. Über den Erwartungen lag auch der Ausblick
des Versorgers Eon , woraufhin die Papiere um 3,5
Prozent nach oben zogen.
Der Rückversicherer Munich Re steigerte seinen Gewinn
trotz zweier zerstörerischer Hurrikane im vergangenen Jahr deutlich.
Für gute Laune sorgten aber vor allem eine hohe Dividende und
Aktienrückkäufe. Die Titel stiegen auf ein Rekordhoch und gewannen
zuletzt 5,3 Prozent.
Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf gab es hingegen bei den Aktien der
Deutschen Telekom . Die Zahlen der Bonner für 2024
nannte ein Händler durchwachsen und den Ausblick auf 2025 unter den
Erwartungen. Am Dax-Ende verloren die T-Aktien 2,3 Prozent.
Längerfristig sind Analysten für die Telekom aber optimistisch.
Aktien aus der Stahl und Baustoffbranche waren gefragt.
Marktbeobachter betonten die Chancen für die Konzerne bei einem
Wiederaufbau der Ukraine. Im Dax nahmen Heidelberg Materials
mit plus 4,3 Prozent wieder Kurs auf ihr Rekordhoch.
Im MDax setzten die Anteile des Industrie- und
Stahlkonzerns Thyssenkrupp mit plus 6,6 Prozent ihre
Rally fort. Klöckner & Co (KlöCo) gewannen im SDax
neun Prozent, gefolgt von Salzgitter
mit plus 5,6 Prozent.
Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 will im neuen
Jahr seinen Aufwärtstrend beim operativen Ergebnis fortsetzen und
setzt sich höhere Ziele als erwartet. Das kam am Markt gut an. Auf
dem ersten Platz im MDax schnellten die Papiere um 15,5 Prozent
hoch./ajx/mis