Aktien Frankfurt: Verluste - Dax am großen Verfallstag im Konsolidierungsmodus
FRANKFURT (dpa-AFX) - Zum großen Verfall an den Terminbörsen hat der
deutsche Aktienmarkt weiter nachgegeben. Der Leitindex Dax
fiel bis zum Freitagmittag um 0,66 Prozent auf
22.847,29 Punkte. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von
0,6 Prozent an.
Am großen Verfallstag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes
an den Terminbörsen aus. Vom "großen Verfall" sprechen Börsianer,
wenn Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien am selben
Tag verfallen. Dadurch kann es zu deutlichen Kursschwankungen
kommen.
Der Dax sei aktuell im Konsolidierungsmodus, schrieb Marktanalyst
Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Dass der Aktienmarkt mal
fällt, sei gut und gesund.
Erst am Dienstag hatte der Dax ein Rekordhoch erreicht. Der
Leitindex profitierte von der Aussicht auf milliardenschwere
Investitionen in Infrastruktur und Rüstung. Den Weg dafür hatte am
Vormittag auch der Bundesrat freigemacht. Wie am Dienstag schon im
Bundestag kam auch in der Länderkammer die nötige
Zweidrittelmehrheit für die Änderung des Grundgesetzes zustande. Das
Gesetz muss noch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf
sein verfassungsgemäßes Zustandekommen geprüft und unterschrieben
werden.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am
Freitag 1,02 Prozent auf 28.806,07 Zähler. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,6
Prozent nach unten.
Hierzulande kam es insbesondere bei den Werten in den hinteren
Börsenreihen zu deutlichen Kursbewegungen. So sackten die Aktien von
Fuchs als Schlusslicht im MDax um mehr als sieben
Prozent ab. Die Jahreszahlen und der Ausblick des
Schmierstoffherstellers hatten die Anleger enttäuscht.
Um gar 20 Prozent brachen die Papiere von Douglas
ein. Damit waren sie der mit Abstand größte Verlierer im
Nebenwerte-Index SDax . Wegen der zunehmenden
Konsumzurückhaltung in einem unsicheren Wirtschaftsumfeld hatte die
Parfümeriekette den Ausblick drastisch gekürzt. Laut einem Händler
ist dies der nächste Schlag für die Anleger, da Douglas schon im
Februar die operativen Gewinnerwartungen wegen des schwachen
Weihnachtsgeschäfts gedämpft hatte.
Zweitschwächster Wert im SDax waren Amadeus Fire mit
einem Minus von 8,5 Prozent. Auch hier verwiesen Börsianer als
Belastung auf den Ausblick. Eine fehlende Belebung des Marktumfeldes
stimmt den Personaldienstleister pessimistisch für das laufende
Jahr. Die in Aussicht gestellten Spannen für den Umsatz und den
operativen Gewinn lägen deutlich unter den Markterwartungen, sagte
ein Händler.
Im Dax sorgte ein gesenkter Geschäftsausblick des US-Konkurrenten
Fedex für Verluste bei den Anteilsscheinen der DHL
Group . Deren Aktien fielen zuletzt um zwei Prozent.
Fedex leidet unter der eigenen Schwäche in den Vereinigten Staaten.
Einem Händler zufolge lässt dies auch negative Rückschlüsse für den
deutschen Wettbewerber in dessen Express-Segment zu. Er verwies
dabei auf ein nachlassendes Volumen bei internationalen
Express-Paketen - dem Bereich mit den größten Überschneidungen mit
DHL, wie der Börsianer betonte.
Die jüngst von Rekord zu Rekord geeilten Papiere von Rheinmetall
litten weiter unter Gewinnmitnahmen und büßten
zuletzt fast vier Prozent ein. Die Titel bewegten sich damit
allerdings immer noch in der großen Handelsspanne des Vortages. Bei
den Aktien hatte die Aussicht auf hohe Rüstungsinvestitionen in
Deutschland für Schwung gesorgt./la/jha/