ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax wegen US-Autozöllen unter Druck
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat angesichts der von
US-Präsident Donald Trump angekündigten Autozölle am Donnerstag
deutlich nachgegeben. Eine Stunde nach Handelsbeginn büßte der
anfangs noch schwächere deutsche Leitindex 0,96 Prozent auf
22.620,67 Punkte ein. Damit rutschte er weiter unter die für den
kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Durchschnittslinie. Diese hatte
ihm in der Konsolidierung vom Rekordhoch bei 23.476 Punkten bis vor
kurzem noch Halt geboten.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,59
Prozent auf 28.695,38 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 ging es um 0,7 Prozent bergab.
Aus Übersee kam kein Rückenwind. In New York war es am Vortag vor
allem an der Tech-Börse Nasdaq deutlich nach unten gegangen. Auch
der marktbreite S&P 500 schloss klar im Minus. An den
asiatischen Handelsplätzen standen die Kurse in Japan und mehr noch
in Südkorea unter Druck, wogegen es in China bergauf ging.
Dass US-Präsident Trump zum 3. April die schon früher angedrohten
Auto-Importzölle in Kraft setzen will, sorge am deutschen
Aktienmarkt für Nervosität, heißt es im Tagesausblick der Landesbank
Helaba. Dazu kämen die stockenden Koalitionsgespräche in Berlin.
Im Dax belegten die Autotitel hintere Plätze. Mercedes-Benz
, Porsche AG , BMW und
Volkswagen verloren zwischen 2,5 und 4,4 Prozent.
Deutliche Kurseinbußen gab es auch beim Zulieferer und
Reifenhersteller Continental . Europaweit stand die
Branche ebenfalls unter Druck.
Die Technologietitel SAP und Infineon
sanken im Sog der zuletzt schwachen Nasdaq um 1,8 beziehungsweise
1,5 Prozent. Auch Bankenwerte wie Commerzbank
und Deutsche Bank wurden verkauft.
Für BASF ging es um 1,7 Prozent bergab. Die US-Bank
JPMorgan spricht im Rahmen einer pessimistischen Neubeurteilung der
Branche ein negatives Votum für den Chemiekonzern aus. Den
Ludwigshafenern attestierte Analyst Chetan Udeshi eine
vergleichsweise hohe Bewertung.
Abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax
war der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 mit einem
Kursrutsch von gut 11 Prozent. Zur Wochenmitte hatten die Aktien
noch von Berichten über ein mögliches Übernahmeangebot des
Konkurrenten und Großaktionärs MediaForEurope
profitiert. Diese betätigten sich. Allerdings wollen die Italiener
nur den gesetzlichen Mindestpreis bezahlen. "Das ist nicht das
Gebot, auf das die Bullen gehofft hatten", kommentierte
Warburg-Analyst Jörg Philipp Frey. Für die meisten Anleger sei die
nun erwartete Offerte unattraktiv.
Ansonsten stand am Donnerstag eine Flut an Geschäftszahlen
überwiegend aus der zweiten und dritten Börsenreihe auf der Agenda.
Aus dem Dax erhöhte der Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise
die Dividende nach einem Gewinnwachstum im
vergangenen Jahr. Die Aktien gewannen gegen den verhaltenen Trend im
Chemiesektor 1 Prozent.
Dagegen führte Rational mit minus 5,8 Prozent die
Verliererliste im MDax an. Die endgültigen Resultate des
Profiküchen-Ausrüsters stimmten mit den vorläufigen Eckdaten
überein, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Die
Aktien seien aber sehr hoch bewertet.
Im SDax zählten SMA Solar und Kontron
hinter ProsiebenSat.1 zu den größten Verlierern. Beim
Wechselrichter-Hersteller monierten Börsianer einen nur teilweise
überzeugenden Auftragseingang.
Derweil hatten die Titel des Technologiekonzerns Kontron, der seine
Dividende erhöhte, vorbörslich noch klar angezogen und Kurs auf ihr
jüngstes Rekordhoch genommen. Jefferies-Analyst Martin Comtesse
sprach von einem enttäuschenden Wachstum im Schlussquartal. Er sieht
zudem das für 2025 angepeilte operative Ergebnis (Ebitda) von
mindestens 220 Millionen Euro unter der Konsensschätzung./gl/jha/