Aktien Europa: Leichte Verluste - Märkte blicken mit Sorgen auf Zollankündigung
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte
haben am Mittwoch wieder nachgegeben. Damit machte sich nach der
Erholung am Vortag wieder Vorsicht an den Märkten bemerkbar
angesichts der am Abend anstehenden US-Zollankündigungen.
Der EuroStoxx 50 sank am Mittag um 0,45 Prozent auf
5.296,57 Punkte. Außerhalb des Euroraums war das Bild ähnlich. Der
Schweizer SMI sank um 0,66 Prozent auf 12.602,42
Punkte. Mit dem britischen FTSE 100 ging es um 0,64
Prozent auf 8.579,19 Punkte nach unten.
Am Abend wird US-Präsident Donald Trump seine neuen Zollpläne
verkünden. "Unsere Einschätzung: Trump dürfte sich zunächst
maximalen Verhandlungsspielraum sichern, indem er hohe Zölle als
Drohkulisse aufbaut", hieß es in einer Einschätzung von Index Radar.
"Entscheidend wird jedoch sein, ob er zugleich Gesprächsbereitschaft
signalisiert - oder den globalen Handelskonflikt weiter eskalieren
lässt." Entsprechend hoch war die Unsicherheit. "Kein Anleger will
dann auf dem falschen Fuß erwischt werden", betonte
Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
Die am Vortag noch starken Pharmawerte standen wieder unter Druck.
Novo Nordisk vielen nach der Zwischenerholung um 2,8
Prozent. Ausnahme waren Grifols. Der Wert reagierte damit auf einen
Medienbericht. Die spanische Zeitung "El Confidencial" hatte unter
Berufung auf nicht genauer genannte Quellen geschrieben, Brookfield
Asset Management habe die Übernahmegespräche mit Grifols wieder
aufgenommen. Im Bankensektor lagen BNP Paribas und
Societe Generale mit rund zwei Prozent im Minus. Die
Investmentbank Kepler Cheuvreux hatte die Aktien der französischen
Banken nach ihrem guten Lauf abgestuft. Analyst Jacques-Henri
Gaulard strich seine Kaufempfehlung für die SocGen und votierte in
seiner am Neubewertung nur noch mit "Hold". Die Aktien seien
inzwischen zu nah an sein unverändertes Kursziel von 43,90 Euro
herangerückt, so der Experte. Bei der BNP votiert er nun mit
"Reduce". Die Ziele der Bank für 2026 hält er für wenig
inspirierend, die selbst gesteckte Hürde bis 2030 für zu hoch.
Besser hielten sich dagegen die defensiven Versorger sowie Nahrungs-
und Genussmittel. Letztere profitierten von den Gewinnen der
Hersteller alkoholischer Getränke. Die Privatbank Berenberg hatte
die Bewertung der Aktien von Pernod Ricard beim
Kursziel von 114 Euro mit "Buy" aufgenommen. Der zunehmende Fokus
auf fiskalische Defizite und ein geringeres nominales
Wirtschaftswachstum dürften dem Getränkesektor zugutekommen, schrieb
Analyst Javier Gonzalez Lastra. Sein bevorzugter Biertitel ist
Heineken. Doch auch AB Inbev hätten Potenzial. Im Spirituosenbereich
bevorzugt der Experte Diageo und Pernod Ricard. Sämtliche Werte
lagen gegen den Markt im Plus./mf/mis