Wiener Aktienmarkt nach US-Zollankündigungen sehr schwach erwartet / ATX-Indikation 2,3 Prozent tiefer - Anleger schichten auf sichere Häfen um
Nach der bisher weitreichendsten Zollankündigung des US-Präsidenten Donald Trump dürfte der Wiener Aktienmarkt am Donnerstag schwach in den Handel starten. Eine Bankenindikation auf den Leitindex ATX notierte rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn um 2,3 Prozent tiefer bei 4.031,02 Punkten. Das wäre der tiefste Stand seit rund einem Monat.
Trump hatte am Mittwochabend pauschale Zölle von 10 Prozent auf alle US-Importe angekündigt. Auf Länder, die große Handelsüberschüsse mit den USA erzielen, sollen noch höhere Einfuhrsteuern erhoben werden. So gab Trump etwa Zölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus der EU und zusätzliche 34 Prozent auf Importe aus China bekannt. Die EU bereitet inzwischen Gegenmaßnahmen vor.
"Sorgen vor einer Eskalation des Handelskonflikts nehmen zu und entsprechend herrscht große Unsicherheit an den Finanzmärkten vor", erklären die Experten der Helaba in ihrem Tagesausblick. Die Anleger zog es dementsprechend in sichere Häfen, so markierte der Goldpreis in der Nacht ein weiteres Rekordhoch und die Anleihekurse legten kräftig zu.
Die Kursverluste zogen sich im vorbörslichen Geschäft quer durch die Branchen. Auf Tradegate gaben Industrie- und Grundstoffwerte wie voestalpine, FACC und Semperit zuletzt am deutlichsten nach.
Am Mittwoch hatte der ATX um 0,67 Prozent schwächer bei 4.126,97 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Mittwoch:
AT&S +3,33% 13,34 Euro Rosenbauer +2,60% 39,50 Euro Kapsch TrafficCom +2,34% 7,00 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Mittwoch:
RHI Magnesita -4,59% 35,30 Euro Palfinger -4,59% 27,00 Euro Pierer Mobility -4,57% 18,80 Euro
spa/ste
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