Aktien Wien Schluss: Größter Tagesverlust seit gut zwei Jahren
WIEN (dpa-AFX) - Der Wiener Aktienmarkt hat seine Talfahrt vom Vortag am Freitag beschleunigt fortgesetzt. Die umfangreichen Zollankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump sorgten zum Wochenausklang unverändert für eine düstere Stimmung an den Börsen weltweit. Nach der Ankündigung von Vergeltungszöllen der chinesischen Regierung wurden die bereits herben Kursverluste noch einmal ausgeweitet.
Im Vergleich zum schwachen europäischen Umfeld fielen die Abschläge
in Wien aufgrund der hohen Gewichtung der Bankaktien zudem noch
einmal deutlich stärker aus. Der ATX
Darüber hinaus verbuchte der Leitindex einen herben Wochenverlust von 9,9 Prozent und damit seine schlechteste Wochenbilanz seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Jahr 2022. Mit einem Rückgang von mittlerweile mehr als 13 Prozent vom Mehrjahreshoch von Mitte März sehen Charttechniker den Leitindex zudem im Korrekturbereich. Ein Großteil der bisherigen Kursgewinne des laufenden Jahres ist bereits weggeschmolzen. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 6,08 Prozent auf 1.888,16 Zähler nach unten.
Chinas Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent seien ein "deutliches Zeichen, dass wir mittendrin sind in der Eskalationsspirale", schrieb Carsten Brzeski von der Bank ING. Damit nehme die Gefahr zu, dass andere Länder, oder auch die EU, dem Beispiel folgen werden.
Analyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG sprach inzwischen von einem "Schwarzen Freitag" an den Märkten: "Die Ankündigung neuer Zölle durch Präsident Trump hat das Marktvertrauen massiv erschüttert."
Die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten fielen tendenziell robuster aus als erwartet, gerieten angesichts der an den Finanzmärkten vorherrschenden Zollsorgen weitgehend in den Hintergrund.
Im Bankensektor sackten Erste Group
In Wien gerieten ansonsten zyklische Aktien deutlich unter die Räder und gaben einen großen Teil der Gewinne von Februar und März wieder ab. Porr fielen um 7,5 Prozent und Strabag um 10,4 Prozent. Die beiden Bauaktien waren im ersten Quartal noch die unangefochtenen Spitzenreiter am österreichischen Aktienmarkt.
Vergleichsweise geringe Verluste verbuchten lediglich einige
defensive Werte. Telekom Austria
Unter den weiteren Einzelwerten brachen Pierer Mobility um rund 28 Prozent auf 13 Euro ein. Der Verlust des halben Grundkapitals der Motorrad-Holding macht eine außerordentliche Hauptversammlung am 25. April notwendig. Im Raum steht eine Barkapitalerhöhung mit einem Ausgabepreis von 7,50 Euro pro Aktie./spa/kat/APA/stw
ISIN AT0000999982
AXC0183 2025-04-04/18:31
Relevante Links: Telekom Austria AG, Erste Group Bank AG, BAWAG Group AG